Harmonik-Symposion 2018

Harmonik Symposion 2018
HARMONIK, EIN WEG ZU EINEM NEUEN BEWUSSTSEIN?
am 21. und 22. April 2018

in der Hochschule für Musik, Nürnberg

Die Krise unserer Zeit hat alle Bereiche unseres Lebens erfasst: Kultur, Wirtschaft, Politik, die Gesellschaft. Und nicht zuletzt auch unsere Umwelt. Mit Reformen in Teilbereichen ist es nicht mehr getan.

Albert Schweitzer hat schon vor einem Jahrhundert mit seiner „Ehrfurcht vor dem Leben“ ein universell neues Bewusstsein gefordert. Das war nach dem ersten Weltkrieg. Unter dem Eindruck der politischen Katastrophen, die schließlich zum zweiten Weltkrieg führten, haben Mitte des 20. Jahrhunderts Kulturphilosophen wie Jean Gebser und Tiefenpsychologen wie Erich Neumann nach einem fundamental neuen Bewusstsein gerufen. Der Hintergrund dazu ist die Erkenntnis, dass wir durch ein einseitig rationales Denken, eine zwiespältige „gut-böse“ Ethik und eine hemmungslose Zweck-Moral den Menschen von der integralen Wirklichkeit der Natur entfremdet haben.

Deshalb hat sich dieses Symposion die Frage gestellt, ob die Harmonik ein Weg zu einem neuen Bewusstsein ist, bzw. werden kann. Dazu wurde der Ablauf dieses Symposions nach drei Hauptthemen gegliedert:

Was ist Bewusstsein?
Harmonik – Musik – Kunst
Zukunftsaspekte der Harmonik

Die Vorträge

1. Hauptthema: Was ist Bewusstsein?

Einleitung zum Thema, Hans G. Weidinger
Ausschnitt

Heute stehe ich hier und behaupte nicht, „dass wir nichts wissen können“. Aber ich fordere, dass wir endlich einmal damit anfangen sollten, zu begreifen, was wir da wissen, und was uns das hilft, uns in unserem Leben zurechtzufinden.
Wir sollten endlich damit anfangen einzusehen, was wir mit diesem Wissen anfangen können und sollen - und was nicht. Und aufhören, damit die Welträtsel zu lösen, die uns aus gutem Grund verborgen bleiben.
Stattdessen sollten wir endlich damit anfangen, was wir sehr wohl mit freiem, selbstverantwortlichem Nach-Denken UND dem dazu gehörenden Nach-Empfinden, jenseits eines krampfhaften, rein rational-objektivem Frage- und Antwortspiels, erreichen können.

 

"Klang und Transzendenz, - eine bewusstseinswissenschaftliche, physikalische
und psychologische Betrachtung" -
Prof. Thilo Hinterberger

Das Gehirn ist ein nach innen offenes System.  Auf dieses intrakorporale Beziehungsgeflecht setzen in der Großhirnrinde die kognitiven Funktionen auf. Sie füllen den subjektiven Innenraum des Bewusstseins aus der objektiv betrachteten Außenwelt auf.  Sehen und Hören stehen zueinander in einem komplementären Verhältnis. Sehen erschließt die Welt der Dinge, zeigt das Äußere, räumliche Strukturen, Details. Es führt zu kausalem, analytischen Denken. Hören eröffnet Unbestimmtheit, globale Wahrscheinlichkeit, Potentialität, Offenheit.
Klang führt in die Stille. Klang ist Schöpfung, ist akausal: spontan und endlos.
Im Lauschen auf die Natur begegnen wir den unsichtbaren Aspekten des Gedeihens, …, die Hingabe des Lebendigen an die Kräfte der Natur. …, eine Art von Geist, der in heiterer Gelassenheit die Welt von innen heraus erfüllt“.

Der unsichtbare Ursprung nach Jean Gebser, Dr. R. Zeller

Der Vortrag informiert zunächst über die wichtigsten Lebensdaten von Jean Gebser.
Charakteristisch für das Denken von Jean Gebser sind seine Vorstellungen vom Ursprung und von der Zeit. Das traditionelle Denken sucht den Ursprung am Anfang aller Zeiten. Für Gebser ist der Ursprung kein zeitliches Phänomen, sondern immerwährend wirksam in der Gegenwart. Das entspricht dem heute erforderlichen Verständnis einer immerwährenden Schöpfung. Daraus ergibt sich die Vorstellung von einer Zeitfreiheit als ein immerwährendes Ineinanderspiel von Ursprung und Gegenwart. Oder anders mit einem Zitat von Gebser ausgedrückt:
„Zukunft ist nicht etwas, das auf uns zukommt; Zukunft ist, was uns zukommt, schon heute; und das uns Zukommende ist stets Gegenwart.“
Die Folien der PowerPoint-Präsentation zu diesem Vortrag können HIER heruntergeladen werden

Über die Schönheit , Prof. Carl M. Hofbauer

Wird in Kürze vervollständigt, sobald Unterlagen vom Autor zu diesem Beitag vorliegen.

2. Hauptthema: Harmonik – Musik – Kunst

Musikalische Wahrnehmung und Bewusstsein, J. Kotschy

Dieser Beitrag beginnt mit nachdenklichen Überlegungen über die Möglichkeiten und Grenzen, überhaupt über „Das Bewusstsein“ denken und reden zu können. Dann beerichtet  er übe den Stand der Gehirns-Physiologie. Im Kapitel „Auditive Wahrnehmung“ zeigte er den weiten Weg auf, den eine akustische Wahrnehmung vom Ohr bis zum Erleben von Musik über das Gehirn zurücklegt. Und welche zentrale Rolle dabei der Thalamus spielt. Weitgehend neu und von kaum überschätzbarer Tragweite ist der Hinweis auf eine Oszillation, die einen Ton mit einer Frequenz von 2.500 Hz ergibt, für die der deutsche Begriff „innere auditive Konstante“ eingeführt wird. Im Kapitel. „Die innere auditive Konstante“ werden diese Erkenntnisse weiter ausgebaut. Endgültig Pflichtlektüre für Harmoniker ist das Kapitel „Nachdenken über Musik“.
Der Text des gesamten Vortrag kann HIER heruntergeladen werden.

Die Bedeutung der Intervalle, U. Hügerich

Ausgehend von der durch ganzzahlige Teilung einer Saite entstehenden ersten 7 Obertöne werden die dazu gehörenden Intervalle an Hand populärer Musikbeispiele interpretiert. Dabei ist wichtig festzuhalten, dass die Zahlen 1 – 7 per se keine musikalische  Bedeutung haben. Erst durch die Beziehung zwischen den Zahlen entstehen musikalisch Intervalle. Diese Beziehungen werden mathematisch durch rationale Brüche dargestellt. Im einfachsten Fall bedeuten die Brüche 1/1 bis 1/7 die Beziehungen der ganzen Zahlen zum Grundton. Musikalisch sind das dann die Intervalle:
Oktave – Quinte – Terzen – Septimen.
Der Vortrag kann HIER heruntergeladen werden.

Vorspann zu Harmonik - Kunst - Bewusstsein:
Harmonikale Proportionen des menschlichen Körpers, H.G. Weidinger

Zunächst wird die vertikale Einteilung des menschlichen Körpers nach Kopflängen gezeigt. Diese Einteilung wird als Teilung einer auf ein Monochord gespannten Saite interpretiert: Daraus ergeben sich von Kopf bis Fuß harmonikal die folgenden Intervalle:
Oktave - Quinte - Quarte - gr. Terz - kl. Terz - Quarte
Diese harmonikale Interpretation des menschlichen Körperes wird in einer Serie von Bildern gezeigt, die als pdf-Datei HIER heruntergeladen werden kann.

Harmonik – Kunst – Bewusstsein, A. Kandler Seegy

Dies war eine Gemeinschaftsarbeit aller  Anwesenden. Jedem wurde ein weißer Karton ausgehändigt. Darauf zeichnete jeder Teilnehmer freihand einen Kreis mit einer senkrechten Achse. Auf dieser Achse wurden, unter der Anleitung von von Frau Kandler Seegy, zunächst die senkrechten Proportionen eines menschlichen Gesichts abgetagen, und von dort aus über die Augenabstände die Augen eingezeichnet. Von diesem harmonikalen Gerüst zeicnete dann jeder nach seinen Fertigkeiten ein Gesicht mit Augen, Nase und Mund. Um diese Skizze wurde dann das Kopfhaar gezeichnet.

 

3. Hauptthema: Zukunftsaspekte der Harmonik

Harmonik und Urbild in den Sternfiguren -  Eine systematische Untersuchung,                H. Warm

Hartmut Warm, Autor der Signatur der Sphären, stellt seine neuen systematischen Untersuchungen zu den geometrischen Sternfiguren (Pentagramm, Hexagramm etc.) vor. In diesen Figuren findet sich sowohl ein verblüffender Zusammenhang mit dem Aufbau der Musik (z.B. Oberton- und Oktav-Struktur) als auch der harmonikalen Ordnung in unserem Planetensystem. Eine weitere Bestätigung der antiken Idee der Sphärenharmonie von Pythagoras bzw. der Welt-Harmonik Johannes Keplers (1619) , welcher geometrische Archetypen (Urbilder) zugrunde liegen.

Von diesem Vortrag gibt es eine PowerPoint-Präsentation mit mitgeschnittenem Ton.  Dauer knapp 1 Stunde. Hier im Internet aufrufbar.

 

Betrachtungen zum Lambdoma, W. Limbrunner

Der Vortrag gibt einen Überblick auf Arbeiten des Autors  zu seinem Verständnis der Harmonik und ihrer Anwendung auf die harmonikale Interpretation von Naturerscheinungen. Danach kommen die durch ganzzahlige Teilung einer Saite erzeugten Obertöne „in der Natur nicht vor“. Eslassen sich jedoch  einfache Zahlenverhältnisse in der Deutung von Erscheinungen im Makrokosmos und im Mikrokosmos finden. Als Beispiel für den Makrokosmos werden Frequenzkopplungen im Planetensystem nach der KAM-Theorie, Laplace-Resonanzen von Umlaufzeiten dreier oder mehrerer Himmelskörper, und ganzzahlige Zuordnungen zur Entwicklung der kosmischen Ausdehnung nach der Urknalltheorie gezeigt. Für Sonderfälle von dreidimensionalen Klangquellen können harmonikale Charakteristiken bei der Berechnung von Biegewellen gefunden werden. Grafische Auswertungen der Schrödingergleichung des Wasserstoffs führen zu einfachen harmonikalen Zahlenbeziehungen. Dies legt nahe, dass harmonikale Zalenverhältnisse im Mikrokosmos eine grundlegende Rolle spielen.
Ein Auszug aus den verwendeten PowerPoint-Folien  kann HIER heruntergeladen werden.

Das Lambdoma im 'Buch Jezirah', Dr. W. Herrmann

Wird in Kürze vervollständigt, sobald Unterlagen vom Autor zu diesem Beitag vorliegen.

Mit Harmonik zu einem Quantum Bewusstsein, Reinhard M. Fuchs

Der Autor lädt ein zu einer Reise in Bild und Ton zu drei Bereichen:
HARMONIK IM UNIVERSUM - IM LEBEN - IM BEWUSSTSEIN.
Er legt dabei, ganz im Sinne unserer Auffassung von Harmonik, Wert darauf,
"den Beitrag nicht nur logisch auf die Waagschale zu legen, sondern auch assoziativ, holistisch, intuitiv wahrzunehmen. Das gesamte Bild und Mosaik will wahrgenommen werden."
Die Bilder zu diesem Vortrag können HIER angesehen und heruntergeladen werden. Später erscheint der Vortrag mit Bild und Ton als Video.